Aar Jusos
 

Vorstand

Vorstand der Aar-Jusos

André Peil
Rebecca Stotz
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Gespräch mit der Rhein-Lahn-Zeitung

Ankündigungen

Hahnstätten - Sie sind zwischen 18 und 24 Jahren alt und entsprechen nicht dem Bild der politikverdrossenen Jugendlichen. In der Verbandgemeinde Hahnstätten hat sich eine junge Politkultur gebildet, die mit neuen Ideen und Interesse am aktuellen Geschehen mitmischt. Die Junge Union, die Jusos und die Grüne Jugend haben schon rund 50 junge Leute um sich herum formiert.
Warum läuft das gerade an der Aar so gut? Die jungen Leute haben darauf keine eindeutige Antwort. „Es könnte an der überschaubaren Größe der Verbandsgemeinde liegen. Wir kennen uns alle untereinander“, vermutet Andreas Schelke aus Niederneisen, Vorsitzender der Jungen Union Aar sowie stellvertretender Vorsitzender im Rhein-Lahn-Kreis, und wendet sich dabei gleichzeitig gegen eine Fusion mit einer anderen Verbandsgemeinde. „Das würde sich negativ auf eine intakte und kompakte Struktur auswirken“, betont der 23-Jährige in einem Treffen mit Jungpolitikern und der Rhein-Lahn-Zeitung. Als einen Glücksfall für die Region bezeichnet sein Parteikollege Marcel Willig (Niederneisen), 24, das rege Interesse der Jugend im Aartal an der Politik. Die Junge Union gründete sich in diesem Jahr neu und zählte zu Beginn zehn Mitglieder. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, zum Ende des Jahres zehn weitere hinzuzugewinnen“, sagen Schelke und Willig.
Bereits seit 2008 sind die Jusos aktiv. Angeführt von Rebecca Stotz (Schiesheim), 22 Jahre, Vorsitzende der Jusos im Rhein-Lahn-Kreis, und André Peil (Oberneisen), 19, stellvertretender Sprecher der Jusos im Kreis. Mit eigenen Initiativen wie die Praktikumsbörse für Schüler und Studenten, die von den Jusos kürzlich zusammengestellt und im Internet veröffentlicht wurde, bringen sie sich ein.
Zu Beginn des Jahres formierte sich die Grüne Jugend Rhein-Lahn, deren größter Anteil der Mitglieder ebenfalls in der Verbandsgemeinde beheimatet ist. „Wir gründeten uns kurz vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im März und zählen rund 20 Mitglieder. Nach dem Höhenflug mit dem Ergebnis aus der Wahl ist es zwar zurzeit etwas ruhiger geworden, doch wollen wir uns wieder mehr in das politische Geschehen einbringen“, berichtet David Riehl (Hahnstätten), 18 Jahre, in dem Treffen. Ein Erfolg der Grünen Jugend ist der Antrag für ein Jugendtaxi, der über die Fraktion in den VG-Rat eingebracht und angenommen wurde. Seit dem 1. September können Jugendliche aus der VG zu günstigen Konditionen mit dem Taxi fahren.
„Konkurrenz belebt das Geschäft“, sieht Marcel Willig in den verschiedenen Gruppierungen einen Ansporn, sich weiterzuengagieren. Dabei haben die Jungpolitiker bereits eine gesunde Streitkultur entwickelt. Es wird debattiert, aber auch nach gemeinsamen Lösungen gesucht. Die Bandbreite, mit der sie sich beschäftigen, ist groß. Sie reicht von der Lokal- über die Bundes- bis zur Europapolitik. Ängste vor einer drohenden Wirtschaftskrise haben sie nicht, doch haben alle zur Diskussion über den Euro eine übereinstimmende Meinung: „Der Euro muss erhalten bleiben. Dafür müssen alle Parteien an einem Strang ziehen.“ Kritisch äußern sie sich zu den Sparmaßnahmen der griechischen Regierung, die dringend überprüft werden müssten. Denn wenn einer Mist baue, müsse er dafür auch geradestehen. Die aktuelle politische Stimmung in Deutschland und den Wahlausgang in Berlin kommentieren die Jungpolitiker konsequent: „Die FDP demontiert sich zurzeit selbst.“
Auf kommunaler Ebene liegen die Interessen in der geplanten Versorgung der Verbandsgemeinde mit DSL, aber auch der Nahverkehr bildet einen Schwerpunkt. Alle sind für die Reaktivierung der Aartalbahn, doch habe sie nach Meinung der Grünen Jugend und der Jungen Union langfristig nur Sinn, wenn sie später bis Wiesbaden und Mainz fährt. Als Verlust für das untere Aartal bezeichnet die Junge Union die Verlagerung der Draisinenfahrten nach Hessen. Die Jusos wollen sich für eine gute Anbindung der angrenzenden Ortschaften mit einem Bürgerbus einsetzen.(Quelle:Rhein-Lahn-Zeitung, Erscheinungsdatum: 22.09.2011)

Politisches Engagement zeichnet die Jungpolitiker aus der Jungen Union Aar, den Jusos und Grünen Jugend aus. „Es fördert die Motivation, wenn andere junge Menschen auch politisch aktiv sind“, beschreibt Rebecca Stotz die aktuelle Situation. Während die Jusos bereits seit einigen Jahren aktiv sind und von der Aar-SPD unterstützt werden, hoffen die Mitglieder der im Frühjahr neu formierten Jungen Union Aar auf mehr Beachtung seitens des CDU-Gemeindeverbands Hahnstätten. „Damit können wir nicht zufrieden sein. Zwar stehen wir in Kontakt mit den beiden CDU-Ortsverbänden in Niederneisen und Hahnstätten, doch blieb bisher eine Unterstützung des Gemeindeverbands aus“, kritisieren Andreas Schelke, Marcel Willig und Alan Nentwig aus dem Vorstand der Jungen Union Aar den Gemeindeverband. „Wir hoffen und sind optimistisch, dass sich in Kürze etwas ändert“, lautet die Meinung.
Vom Aufschwung von Bündnis 90/Die Grünen profitiert auch die Grüne Jugend. „Wir fühlen unsere Interessen durch die Fraktion im VG-Rat gut vertreten“, betont David Riehl. Zum nicht vorhandenen politischen Engagement bei vielen Jugendlichen gibt es eine klare Aussage: „Den meisten jungen Leuten geht es zu gut.“ Dass es ihnen so gut gehe, sei aber ein Verdienst der Politik. Mit der Jugendpflege, den Jugendräumen und der Schulsozialarbeit sei die Verbandsgemeinde gut aufgestellt. Zwar betonen Jusos, Grüne Jugend und Junge Union ihre Selbstständigkeit, doch wollen zukünftig Projekte auch gemeinsam anpacken: „Je größer das Netzwerk ist, umso mehr können wir erreichen.“ (Quelle:Rhein-Lahn-Zeitung, Erscheinungsdatum: 22.09.2011)